Beiträge vom April, 2008

Fliegende Pinguine (oder: UMTS mit Ubuntu)

Friday, 25. April 2008 16:12

Dazu wollte ich auch schon lang was schreiben. Ich empfehle generell die BASE-/E-Plus-Internet-Flatrate für 25€/mo, weil nicht ortsgebunden und für eine Flatrate ziemlich günstig. Nachteile sind fehlendes HDSPA (also maximal 384kb/s) und anscheinend seit neuestem auch willkürliche Kündigungen (siehe dazu auch die neue c’t). Zu so einem Vertrag passt nur ein UMTS-Handy, keine Einsteckkarte oder USB-Modem, weil ein normaler Laufzeitvertrag fürs Telefonieren mit monatlicher Grundgebühr Voraussetzung ist. Überall online ist aber außer praktisch (Handytickets in Verkehrsverbünden und bei der Bahn!) einfach cool :D

Ein UMTS-Handy als Modem fürs Laptop funktioniert natürlich auch unter Linux, und zwar wesentlich zuverlässiger und komfortabler als unter Windows – wenn man das Ganze konfiguriert bekommt. Die folgende Anleitung basiert auf einem Nokia E61 und meinem Ubuntu-Schleppie, sollte aber mit jedem Handy bzw. Laptop mit Bluetooth und USB sehr ähnlich einzurichten sein, eine generell funktionierende BT/USB-Konfiguration auf dem Rechner und funktionierendes UMTS auf dem Handy vorausgesetzt.

USB:

  1. Handy einstecken
  2. dmesg |grep ACM sollte etwas in dieser Art ausgeben:
    cdc_acm 2-1:1.10: ttyACM0: USB ACM device
  3. kppp (o.Ä.) starten, auf “Einrichten …” klicken, zum Reiter “Modems” wechseln, auf “Neu …” klicken
  4. Auf dem Geräte-Reiter dem Modem einen sinnvollen Namen (z.B. “USB”) geben, bei “Modemgerät” das Gerät aus der dmesg-Ausgabe einstellen und die Geschwindigkeit auf 921600 stellen und dann alles mit “OK” bestätigen.
  5. Auf den “Zugänge”-Reiter wechseln und einen neuen Zugang erstellen (“Manuelle Einrichtung” auswählen, falls danach gefragt wird) – zum Beispiel namens “UMTS” :P Als Telefonnummer *99# eintragen. Rest kann (zumindest bei E-Plus) so bleiben.
  6. Alles mit “OK” bestätigen und auf “Verbinden” klicken (Benutzername und Passwort sind bei E-Plus nicht nötig, für andere Anbieter siehe teltarif.de). Herzlichen Glückwunsch – wenn alles funktioniert. Probleme einfach in die Comments schreiben, vielleicht fällt mir ja was ein…

Bluetooth:

  1. Bluetooth auf Laptop und Handy aktivieren
  2. sdptool search 0x1103 ausführen, Ausgabe beispielsweise:
    Class 0x1103
    Inquiring ...
    Searching for 0x1103 on 00:11:22:33:44:55 ...
    Service Name: Dial-Up Networking
    Service RecHandle: 0x10047
    Service Class ID List:
    "Dialup Networking" (0x1103)
    Protocol Descriptor List:
    "L2CAP" (0x0100)
    "RFCOMM" (0x0003)
    Channel: 2
    Language Base Attr List:
    code_ISO639: 0x454e
    encoding: 0x6a
    base_offset: 0x100
    Profile Descriptor List:
    "Dialup Networking" (0x1103)
    Version: 0x0100
  3. Das rfcomm-Modul muss geladen sein (lsmod |grep rfcomm müsste etwa
    rfcomm 42136 4” ausgeben), sonst mit modprobe rfcomm laden bzw. beim Start automatisch laden (rfcomm in eine neue Zeile an die /etc/modules anhängen).
  4. Eine /etc/bluetooth/rfcomm.conf mit folgendem Inhalt erstellen:
    rfcomm0 {
    # Automatically bind the device at startup
    bind yes;
    # Bluetooth address of the device
    device 00:11:22:33:44:55;
    # RFCOMM channel for the connection
    channel 2;
    # Description of the connection
    comment "Nokia E61";
    Device-Adresse und Channel müssen geändert werden, siehe die fett markierten Abschnitte im vorherigen Schritt. Danach das rfcomm-Modul neu laden bzw. den Rechner neu starten.
  5. Im kppp ein neues Modem erstellen (siehe USB-Anleitung), einziger Unterschied: Das Gerät heisst /dev/rfcomm0 anstatt /dev/ttyACM0. Herzlichen Glückwunsch – Probleme in die Comments.

Thema: Linux | Kommentare (2) | Autor: David

Salt & Pepper…

Saturday, 19. April 2008 22:53

…oder: Wie verschlüsselt man ein Passwort für die /etc/passwd oder /etc/shadow.

Wenn man einen Server mietet und auf dem Anmeldeformular das gewünschte Passwort angeben soll, empfiehlt es sich, es vorher zu verschlüsseln – vielleicht liest Schäuble ja mit :P Um den Hash herauszufinden, kann man entweder umständlich lokal einen neuen User hinzufügen, das Passwort aus der /etc/passwd bzw. /etc/shadow kopieren und den User wieder löschen, oder makepasswd oder openssl verwenden:

echo "password" |makepasswd --clearfrom=- --crypt-md5 oder
openssl passwd -1 password für md5-gehashte Passwörter, für den Standard-Unix-Algorithmus
echo "password" |makepasswd --clearfrom=- --crypt bzw.
openssl passwd password.

PIN-Codes r teh suck

Ich hab heute ein altes (1996) Original-Telekom-Telefon ausgegraben – das Speech AB mit Sprachsteuerung und digitalem Anrufbeantworter. Leider habe ich in meiner Genialität natürlich vor langer, langer Zeit einen PIN-Code eingestellt und vergessen. Um beim T-Com Speech AB den PIN-Code zurückzusetzen, muss man

  1. das Telefon vom Netz, vom Telefonnetz und auch vom Hörer trennen,
  2. die 4 Schrauben auf der Unterseite des Telefons lösen und den Boden abnehmen,
  3. bei der zum Vorschein gekommenen Platine von den gelb markierten Punkten mit einem Messer o.Ä. die Lackschicht entfernen,
  4. die beiden Punkte mit einer Drahtbrücke, Pinzette o.Ä. überbrücken,
  5. die Stromversorgung einstecken und die Überbrückung einige Sekunden halten, und
  6. wenn die LED neben dem Taster für den Hörer permanent aufleuchtet (d.h. PIN-Code erfolgreich zurückgesetzt), Telefon wieder zusammenbauen (das Plastikteil für den Hörer nicht vergessen!) und freuen.

(Bild geklaut von http://www.wasser.de/telefon-alt/forum/index.pl? …)

Guten Acht.

Thema: Linux | Kommentare (0) | Autor: David